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Alles in Ordnung

8. November 2008

Gruppen-Filmprojekte gehen meistens in die Hose.

In der Regel entstehen bei der Planung zunächst unüberbrückbare Differenzen, es folgen monatelange Diskussionen und schließlich hat keiner mehr Lust, weiter zu machen. Wenn dann der erste abspringt, gibt es kein Halten mehr.

Sollten am Ende doch ein paar Filme herauskommen – gerne verknüpft durch einen gemeinsamen Handlungsort – zerfällt der Gesamtfilm meist in ein unrhythmisches Durcheinander mittelmäßiger Beiträge, bei denen oft auch namhafte Regisseure scheitern.

Mit Stolz & Freude kann ich verkünden, daß wir es dennoch geschafft haben.

Es gab die unüberbrückbaren Differenzen, die monatelangen Diskussionen, die große mentale Krise – bis schließlich vier von acht Mitstreitern die Gruppe verließen.

An diesem Punkt – eine Kapitulation wäre nun durchaus entschuldbar gewesen – haben sich Marlies Klamt, Niko Kühnel und Gerald Haffke mit mir entschieden, NICHT aufzugeben und uns gegenseitig nach Kräften zu helfen.

Das Ergebnis kann sich sehen lassen. Der Gesamtfilm trägt den schönen Namen “Mainz bleibt” und feiert seine Premiere auf dem diesjährigen Mainzer Filmfestival FilMZ, und zwar in der “LoLa”, die am Sonntag, den 30.11.2008 um 14:30 Uhr im Cinestar 7 stattfindet.

Mein Beitrag heißt passend “Alles in Ordnung”.

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The Day After

15. Oktober 2008

Ebenso unerwartet wie der Preis kam auch das Interesse der Medien:

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An meinem ersten Tag nach dem Studium saß ich in netter Gesellschaft von Caroline Hüttel im Fernsehturm und gab für TV-Berlin mein erstes Fernsehinterview…

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…und ein paar Tage später interviewte mich Stephan Wirbelauer mit einem sympathischen, motivierten und einfallsreichen Team für Sat1 in der Filmklasse. Man beachte die fahrende Palme!

Hier noch zwei Artikel aus der lokalen Presse. Links die Mainzer Rhein-Zeitung vom 8.10.08, rechts daneben die Mainzer Allgemeine Zeitung vom 9.10.08.

Hat man Erfolg in Berlin, dann findet man auch wieder in Mainz Beachtung. Lustiger Weise (wie auch bei Carne Vale) gefiel den Berlinern eine rauhe kleine Produktion, mit der man im stets um Größe bemühten Mainz keinen Blumentopf gewonnen hätte.

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da ist man mal in Berlin…

6. Oktober 2008

Vor ein paar Wochen machte mich meine Kommilitonin Steffi Jaehde auf einen Wettbewerb für Aids-Aufklärungsspots aufmerksam. Eher spontan drehte ich dann – aufgrund der nahenden Deadline – innerhalb von drei Tagen zwei Spots: eine Computeranimation mit der Stimme der Schauspielerin Liljana Elges und dann mit Hilfe meines geschätzten Kollegen Danilo Vogt einen kleinen, dreckigen Streifen, in dem Adrian Hagenguth einen Gentleman allererster Güte spielte.

Die Animation trägt den schönen Titel Nimmersatte Liebe, der zweite Film hört auf den Namen Der Sammler.

Verrückter Weise – so muß man das schon sagen – habe ich nun vergangenen Dienstag mit dem “Sammler” in Berlin den ersten Preis des Wettbewerbs abgeholt und ein paar nette Tage in der Stadt verbracht. In der Urteilsbegründung heißt es, der Jury habe “vor allem die Direktheit gefallen, mit der das Thema Kondomnutzung behandelt wird”.

Ich stelle mit Freude fest, daß – wie auch bei Carne Vale – die ungeschliffene Art unserer kleinen Produktionen in Berlin gut ankommt.

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abgang

24. August 2008

Liebe Freunde, Kollegen, Verwandte und Bekannte,

mein neues Lebensjahr leitet für mich auch einen neuen Lebensabschnitt ein – das Post-Studium. Sodenn nehme ich meinen Hut und versuche einen würdigen Abgang hinzulegen. Kurz: am Freitag den 19.9.08 feiere ich meine vorraussichtlich letzte Party in der Mainzer Kunstakademie. Das sollte man sich nicht entgehen lassen.

Um 12 h beginne ich mit einem Film-Brunch, bei dem ich versuche, ALLE meine bisherigen Produktionen aufzuführen. Essen & trinken wird vorhanden sein; weil das mit den Brötchen immer ein bisschen schlecht abzuschätzen ist, bitte ich alle Interessierten noch ein wenig Gebäck mitzubringen.

Um 18 h ist die Premiere des Filmes “alles in Ordnung”, der bis dahin fertig sein dürfte.

Um 21 h begint das musikalische Rahmenprogramm, ich kann auch das nur allerwärmstens empfehlen.

Dazwischen sowie danach kann mit mir gefeiert werden.

Bringt, wenn vorhanden, Männer, Frauen, Kinder oder auch Freunde mit. Denn die Freunde meiner Freunde…

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Nachruf

4. August 2008

Am Mittwoch den 30. Juli 2008 ist unser Freund Roland Goulsbra im Alter von 47 Jahren vollkommen überraschend an einem Herzinfakt gestorben. Mit ihm ist einer der außergewöhnlichsten Menschen gegangen, die ich je kennen lernen durfte.

Roland Goulsbra

Roland Goulsbra war Graphiker, Ästhet, Erfinder, Schauspieler, Rebell und Gelehrter. Es schien nichts zu geben, worin er sich nicht auskannte, absolut alles schien er irgendwann in der Vergangenheit schon einmal gemacht zu haben – von selbst gebauten Uhren bis hin zur Produktion von Trüffelpralinen. Er konnte chemisch erklären, warum man Pfeifentabak nicht auf Lunge raucht und reparierte Computer und Fahrräder.

Roland glaubte an nichts, außer an den guten Geschmack, der “auch gerne mal weh tun” durfte. Er schätzte gute Musik, gute Filme und gutes Essen – je experimenteller, desto besser. Roland konnte sogar die englische Küche so zubereiten, daß sie nach etwas schmeckte und feierte am Mainzer Rosenmontag mitten in der Stadt den “Russenmontag” mit Kaviar, Borscht und Vodka.

Ich lernte ihn näher kennen, als er vor Ewigkeiten ein Filmteam für einen selbst konzipierten “Tatort Mainz” suchte. Damals wurde er nach Jürgen List zu meinem zweiten Film-Mentor. Ohne ihn wären viele meiner früheren Arbeiten nie entstanden, und auch später stand er mir noch oft beratend zur Seite. Als Schauspieler wirkte Roland in Vis à Vis, Grand Tourisme, Am Ende des Regenbogens und 49°59’N/8°14’E mit. Unsere letzte Zusammenarbeit war sein legendärer Auftritt als Prof. Dr. Christian Schreiber bei unserer Premiere von Gold, der unten ungekürzt zu sehen ist.

Er lebte genussvoll, aber nicht maßlos. Trotzdem ist er viel zu früh gestorben. Ich hätte gerne mal einen richtig großen Film mit ihm gedreht.

Roland Goulsbra hat mich und andere immer wieder inspiriert und motiviert, war ein schlechtes und ein gutes Vorbild, mochte alles düstere und liebte die Farbe Orange, er war traurig und hatte einen großartigen Humor. Er war ein durch und durch anständiger Mensch. Zuletzt lebte er auf einer kleinen Pirateninsel vor Mainz und plante mit einem Bio-Eisfabrikanten die Produktion von Gurken-Eiscreme. Eine von vielen Sachen, die verloren gingen, bevor es sie gab.

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Roland Goulsbra alias Prof. Dr. Christian Schreiber

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das volle Programm

22. Mai 2008

Als hätte ich es vergessen, wurde mir schlagartig wieder bewusst, was mich damals zu meinen ersten Filmen motiviert hatte: die Premierenpartys. Jede Premiere sollte als ein denkwürdiges Fest in die Geschichte eingehen. Ich hatte es aber nicht vergessen, und auch “Gold”, so scheint es jetzt, wäre ohne die Feier am letzten Donnerstag niemals wirklich vollendet gewesen.

Die Mutter aller Vernissagen

“Gold” – da sind sich die Experten einig – ist meine bislang künstlerischste Zusammenarbeit mit Gerald. Aus diesem Grund investierten wir großzügig Zeit, Geld, Nerven und natürlich Kunst in die Präsentation. Zu den Highlights des Abends zählten besonders die einzigartige Moderation von Tobias Schwarz, die unvergessliche Laudatio von Prof. Dr. Christian Schreiber, den wir glücklicherweise für unsere Vernissage begeistern konnten, die musikalische Performance von Almerija Delic (Gesang) und Paul Hübner (Flügelhorn), die Schnittchen von Michèle, die experimentellen Klänge der Minimal-Techno-DJs “DJsteeV vs. Chris Over” und selbstredend unsere goldenen Hostessen Anna & Steffi.

Um der Nachwelt (und auch denen, die letzte Woche verhindert waren) einen vagen Eindruck der Feier zu vermitteln, werde ich demnächst eine kleine Dokumentation der Veranstaltung auf die “Gold – Sehen & Hören”-Seite stellen, sowie die Textversion der viel gerühmten Laudatio von Herrn Schreiber, um die mich mehrere Besucher gebeten hatten.

Vielen Dank nochmal an all unsere Helfer und an das gewogene, zahlreiche Publikum.

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FILMPREMIERE

8. Mai 2008

Die Mutter aller Vernissagen

Mit stolz und Vorfreude kann ich die Premiere unseres neusten Meisterwerks “GOLD” verkünden. Die Veranstaltung ist öffentlich, jeder ist somit herzlich eingeladen. Alles weitere bitte ich dem Flyer zu entnehmen. Ich kann aber garantieren: es lohnt sich!

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Gold

28. April 2008

Gold

Geschafft! Mit “Gold” läuft bereits mein sechster Film beim Internationalen KurzFilmFestival in Hamburg. Sehr erfreulicher Weise, denn auch dieser Film war eigens für den so genannten “Flotten Dreier” entstanden – in bewährter Kooperation mit meinem Kollegen Gerald Haffke. Nun warten wir auch dieses Mal wieder gespannt auf die Reaktion des Publikums und versuchen, vor dem Festivalbeginn noch eine ordentliche Premierenparty hinzulegen.

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Oberhausen

17. April 2008

Kunstsachverstand

Jahrelang hatten ich und meine Kollegen Filme bei dem legendären Oberhausener Filmfestival eingereicht – vergebens. Dementsprechend waren unsere Erwartungen recht groß, als wir 2006 eine kleine Exkursion dorthin wagten. Nachdem wir ein paar Filmblöcke hinter uns gebracht hatten, kauften wir uns komische Hüte, zogen uns in unsere bescheidene Unterkunft zurück und besprachen bei billigem Bier unsere Eindrücke. Daraus entstand ein kleines Filmchen für unseren Adventskalender, das der Oberhausener Festivalleitung so gut gefallen hat, daß es nun auf dem offiziellen Festivalblog zu sehen ist.

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Wertvoll ab 12

2. Januar 2008

WertvollPünktlich zum neuen Jahr noch eine Meldung aus dem letzten: mein Abschlussfilm “Pilù – das andere Leben” wurde Ende letzten Jahres von der Filmbewertungsstelle Wiesbaden mit dem “Prädikat Wertvoll” ausgezeichnet.

Um so größer war meine Freude, als ich das Gutachten gelesen hatte, denn offensichtlich wurde der Film von der Jury exakt so gesehen, wie ich ihn konzipiert hatte:

“Man weiß von diesen jungen Leuten, die in Drückerkolonnen durch die Städte ziehen, und ihre gutmütigen und vertrauensseligen Kunden mit überteuerten Zeitschriftenabonnementen und ähnlichem übers Ohr hauen. Wenn zum Beginn des Films solch ein Pärchen an den Türen klingelt, eine Hausfrau sie noch gerade abwimmeln kann und ein alter, heruntergekommener Mann sie dann in seine Wohnung bittet, glaubt man zu wissen, wer hier das Opfer und wer die Täter sind.

Sebastian Linke setzt geschickt eine falsche Fährte, denn sein Film scheint zwar auf den ersten Blick von der Tat jugendlicher Kleinkrimineller zu handeln, aber dann wandeln sich schleichend sowohl die Stimmung wie auch der Erzählstil. Plötzlich scheint sich das Einfamilienhaus in ein Knusperhäuschen zu verwandeln und dessen Bewohner erzählt die uralte Geschichte von einer alten sizilianischen Hexe, die von den Körpern junger Menschen Besitz ergreift.

Dieses Umkippen des Films von einem modernen Vorstadtdrama in ein romantisches Schauermärchen gelingt dem jungen Filmemacher in seiner Abschlussarbeit mit altbewährten, dafür aber wirkungsvoll eingesetzten Mitteln. Die Räume wirken fremd, ihre Einrichtung passt nicht zu ihrem Bewohner und dieser wirkt, selbst wenn er bewusstlos zu Boden fällt, als würde er die Situation steuern und beherrschen.

Linke arbeitet hier mit Suspense im Sinne von Hitchcock: Der Zuschauer weiß oder erahnt zumindest mehr als die beiden Jugendlichen, und so gelingt es ihm, mit seinem Film einen wohligen, sehr unterhaltsamen Schrecken zu verbreiten. Auch für das konsequent böse Erwachen am Schluss braucht er keine spektakulären Filmtricks, weil er es versteht, mit der Atmosphäre und den Gesten der überzeugend spielenden Darsteller zu erzählen.”

das DVD-Cover
Nachzulesen auf: http://www.fbw-filme.de/pdw/Erscheinungsjahr%202007/Pilu/pilu.htm

Außerdem habe ich den Film bei dieser Gelegenheit von der FSK prüfen lassen. Man darf ihn sich nun offiziell ab dem 12. Lebensjahr anschauen!

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